Cleverer Umgang mit Abfall

Veränderung der Welt des Industrieabwassers

Während das Internet der Dinge (IoT) weiterhin unseren Austausch mit der Welt um uns herum verbessert und uns gleichzeitig zunehmend effizienter und umweltfreundlicher macht, stehen Unternehmen zunehmend unter Druck, ihre Prozesse effektiver zu gestalten. Hier beschäftigt sich Lynne Ratcliffe, Leiterin für technische Anwendungen der Innovationsplattform Abwasser bei NCH Europe, dem weltweiten Anbieter von Lösungen für Wasser, Energie, Wartung & Instandhaltung, mit dem Wandel im Bereich der Abwasserbehandlung.

Als Verbraucher leben wir zunehmend in einer gespaltenen Welt. Die Unterhaltungselektronikbranche macht sich die Einführung des Internet der Dinge (IoT) zu eigen, ein perfektes Beispiel hierfür ist das neueste Angebot von LG – ein intelligenter Kühlschrank, der seinen Eigentümer benachrichtigt, wenn vorhandene Vorräte zur Neige gehen. Industriebereiche verlassen sich andererseits noch immer auf Systeme, die manuell intensive Prozesse nutzen, welche kostspielig und zeitaufwendig sind.

Muskelkraft
Bei Maschinen und Anlagen, die für eine Vielzahl an Anwendungen einschließlich Lebensmittelverarbeitung und Industriekläranlagen verwendet werden, kann es durch Fette, Öle sowie andere Arten organischer Substanzen schnell zu Verstopfungen kommen. Um sicherzustellen, dass Anlagen weiterhin effizient betrieben werden, müssen Anwender regelmäßig Abflussrohre, Fettabscheider und Hebeanlagen von Verstopfungen befreien – und das mit nur Handwerkzeugen, aggressiven Chemikalien und Muskelkraft.

Auch wenn durch diesen Prozess die Arbeit am Ende erledigt wird, ist es sowohl manuell intensiv als auch umweltschädlich und verursacht teure Stillstände für die Durchführung. Obwohl Unternehmen im Laufe der Zeit gelernt haben, diese Kosten einzukalkulieren, gibt es für die Unternehmen, die sicherer, härter und cleverer arbeiten können, am Ende des Tunnels ein echter Wettbewerbsvorteil.

Clever werden
Um dieses Problem zu überwinden, haben führende Wissenschaftler und Ingenieure bei NCH Europe in Kombination aus Mikrobiologie und Maschinenbau den BioAmp entwickelt. Dieses patentierte und computergesteuerte mikrobielle Anzuchtsystem, das vor Ort installiert wird (BioAmp), leitet eine zugeschnittene Dosis aktiver, natürlich vorkommender Bakterien direkt in die Abflüsse, Fettabscheider und Hebeanlagen ein. Die Bakterien agieren sofort und reduzieren Ansammlungen von Fett und Öl sowie organischen Substanzen im Abwasser und beseitigen Gerüche.

Hier besteht die Möglichkeit, einen IoT-Ansatz zu verfolgen. Fabriken werden intelligenter und Klärwerke effizienter. Genaue und automatische Dosierung dürften nur die Spitze des Eisbergs sein. Der BioAmp 5000 CCU verfügt über eine automatische Steuerung, welche die neueste Technologie für programmierbare logische Steuerung (PLC) sowie eine GSM-Mobilverbindung nutzt, damit die Hauptfunktionen des Systems aus der Ferne überwacht werden können für eine einfache Wartung.

In vielen Anlagen ist bereits eine Einführung von Visionssystemen erweiterter Realität festzustellen, die Anwendern interne Prozesse auf einen Blick zeigen und Virtualisierungssoftware, die anhand von Daten unzähliger integrierter Sensoren eine Fabrik in Echtzeit wiederspiegeln kann.

Das Wesentliche
Einer der größten regulatorischen Herausforderungen von Industrie- und Kläranlagen ist die Einhaltung von Vorschriften im Hinblick auf die Abwasserentsorgung. Akzeptable Werte und Gebühren hinsichtlich der Abwasserentsorgung werden mit Hilfe der „Mogden“-Skala ermittelt, welche diverse Eigenschaften misst, wie z.B. den chemischen Sauerstoffbedarf (CSB), den Schwebstoffgehalt sowie die Ammoniakkonzentration in einigen Anwendungen.

Für kleinere Anwendungen eignet sich der BioAmp 750 CCU, ein klimareguliertes System für den Innen- und Außenbereich, das alle 24 Stunden 30 Trillionen lebender, sicherer und aktiver Bakterien liefert, was den natürlichen Abbau organischer Substanzen beschleunigt. Für größere und komplexere Anwendungen eignet sich der BioAmp 5000 CCU, der in der Lage ist, alle 24 Stunden 500 Trillionen lebende, vegetative Bakterien zu liefern.

Kosteneinsparungen
Um bedeutende Kosteneinsparungen zu erzielen, verfügt das größere BioAmp-System über einen beheizten Wachstumsbehälter, der mit FreeFlow gefüttert wird – eine spezielle Nährstofflösung, die ein einzigartiges Belüftungssystem beinhaltet, das die Höchstwerte gelösten Sauerstoffs beibehält.

Im Laufe der Zeit kann der BioAmp 5000 CCU den Systembedarf für gelösten Sauerstoff reduzieren, damit Belüftungspumpen und Motoren nicht überlastet sind, das Schlammvolumen drastisch reduziert wird und die organische Belastung des Systems durch einen dynamischen Verdauungsprozess reduziert wird. Dadurch wird die für die Abwasserbehandlung erforderliche Menge an Koagulationsmitteln und Flockungsmitteln ebenfalls reduziert.

Ein cleverer Ansatz
Unternehmen werden vielfach kritisiert für langsame Veränderungen und können nun im Industriebereich wirklich von dem IoT-Aufstieg profitieren, indem sie einen clevereren Ansatz für die Welt der industriellen Abwasserbehandlung wählen. Auf diese Weise können wir darauf hoffen, die Lücke in einer durch Technologie gespaltenen Welt zu schließen.