Sind Sie schon einmal im Zirkus gewesen und haben sich davon beeindrucken lassen, wie die Darsteller mutig über das Hochseil stolzieren? Diese Darstellung von Grazie und Gleichgewicht löst bei vielen Begeisterung aus; für diejenigen, die im Bereich der Wasserbehandlung tätig sind, handelt es sich jedoch nur um eine physische Erscheinung ihrer Tätigkeit! Schauen Sie her, hören Sie her, wenn Dr. Simona Vasilescu von der Innovationsplattform für Wasserbehandlung bei NCH Europe, dem weltweiten Anbieter von Lösungen für Wasser, Energie, Wartung und Instandhaltung die größte Darbietung von Chemie präsentiert.

Effektive Wasserbehandlung ist ein Balanceakt aus Genauigkeit, Aufmerksamkeit und Wissen. Obwohl viele, die nicht direkt an den Prozessen beteiligt sind, es als einfache Zugabe einer Lösung im Vorbeigehen in das Kühlwassersystem betrachten, ist der eigentliche Vorgang jedoch auf Genauigkeit und eingehende Kenntnisse über das Wasser des Systems angewiesen. Eine ungenaue Dosierung führt zu einer ineffektiven Behandlung und diese wiederum kann weitaus größere Probleme, wie z.B. Legionellen, verursachen.

Die Ermittlung bestimmter Probleme ist der erste Schritt, um den Drahtseilakt der Wasserbehandlung zu meistern und sich nicht in die „Legionellen“-Höhle des Löwen zu begeben. Es könnte sein, dass es nicht Legionellen sind, welche für die Probleme bei Ihrem System verantwortlich sind – es könnte auch daran liegen, dass in der Wasserversorgung Calcium vorhanden ist. In diesem Fall müsste eine Lösung in der Lage sein, Kalk zu bekämpfen und somit wäre ein Korrosionsinhibitor hier nutzlos.

Ähnlich verhält es sich, wenn ein Techniker nur ein Millionstel (ppm) Lösung hinzugibt, obwohl das System in Wirklichkeit mindestens drei benötigt – der ganze Aufwand war somit vergeblich. Während es jedoch von zentraler Bedeutung ist, dass der Techniker die erforderliche Lösungsmenge genau ermittelt, gibt es eine Reihe anderer Faktoren, die für eine effektive Behandlung berücksichtigt werden müssen.

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit einer Lösung kann eine effektive Behandlungsstrategie erfolglos machen. Im Laufe der Zeit sinkt die Lösungskonzentration, da Wasser verdunstet oder abgelassen wird, weshalb die speziellen Anforderungen des Systems berücksichtigt werden müssen. Andernfalls könnten Sie stets richtig dosieren, jedoch in zu geringen Mengen, sodass mit der Zeit die Konzentration nicht auf optimalem Niveau erhalten bleibt, damit die Biozide effektiv arbeiten können.

In manchen Fällen kann es mehrere Stunden dauern, bis Biozidlösungen in einem System voll wirksam werden. Wenn die Abflussrate eines Systems dafür sorgt, dass die Halbwertszeit des Biozids von 300 ppm nur zwei Stunden beträgt, wirkt es erst, nachdem bereits über 50 % der Wirksamkeit verloren gegangen sind.

Um die Kontrolle darüber zu bewahren, können Techniker die Halbwertszeit des Produkts mit Hilfe einer Gleichung und der Abflussrate der Wasserversorgung berechnen und entsprechend dosieren. Anstatt 10 ppm eines Inhibitors zu nutzen, um 300 ppm Calcium aufzubereiten, sollten Techniker die Dosierung ihren Berechnungen stärker anpassen.

Schwankungen

Natürlich ist die Welt nicht so perfekt, dass Anbieter von Wasserbehandlungen die Probleme immer mit Höchstpräzision ermitteln können. Nicht selten treten Schwankungen auf, die zu einem Anstieg des Kontaminationsgrads und somit zu Problemen für die Behandlungslösungen führen können.

300 ppm plagenden Calciums können beispielsweise problemlos mit 10 ppm eines Kalkinhibitors behandelt werden; ein plötzlicher Anstieg um 5 ppm des Calciums in der Wasserzufuhr führt jedoch dazu, dass die aktive Dosis von Kontaminationsstoffen überwältigt wird. Es gibt eine ganze Reihe an Gründen, weshalb dies geschehen könnte – so z.B. das Versperren eines Abflussventils des Systems.

In Fällen wie diesen geht man selbstverständlich davon aus, dass die beste Vorgehensweise wäre, einfach mehr Lösung hinzuzugeben. Durch eine zusätzliche Dosierung wird es jedoch immer schwieriger, eine Überbehandlung der Wasserversorgung zu vermeiden.

Um das Problem von Schwankungen zu überwinden, hat NCH Europe Kristallmodifikatoren entwickelt, die mit Schwellenwertinhibitoren zusammenarbeiten und eine zusätzliche Unterstützung bieten. Sollten Schwankungen der Calciumkonzentration auftreten, beginnen die Modifikatoren mit ihrer Arbeit und machen ihrem Namen alle Ehre, indem sie die molekulare Struktur des Calciums modifizieren. Die Modifikation glättet die Calcium-Moleküle und macht diese unfähig, an Metallrohren zu haften – somit besteht keine Gefahr mehr für Kalkablagerungen.

Eine einwandfreie Routine

Sobald die unmittelbaren Probleme angegangen wurden, muss eine laufende Behandlungsroutine eingehalten werden, um die Kontaminationsstoffe unter Kontrolle zu bewahren. Eine gute Behandlungsstrategie basiert nicht ausschließlich auf der Behandlung des Wassers mit ein- und derselben Lösung einmal pro Monat, sondern auf einer regelmäßigen Analyse des Wassers und entsprechenden Behandlungsanpassung.

Keine Auswertungen sind identisch und somit ist es extrem wichtig, dass Wasserbehandlungsanbieter in der Lage sind, Techniker mit laufender Unterstützung und Expertise beizustehen. Bei NCH Europe sind wir stolz auf unser technisches Know-how und wir gehen sicher, dass jeder unserer Kunden die beste nach seinen Wünschen angepasste Behandlungslösung erhält und diese effektiv bleibt.

In gewisser Weise ist der eindrucksvolle Balanceakt der Wasserbehandlung nicht nur ein Halten des Gleichgewichts auf dem Drahtseil, sondern die Handhabung der Gesamtperformance des Events. Bei angemessener Berücksichtigung aller Details können Unternehmen in die Rolle des Zirkusdirektors schlüpfen und Ordnung halten sowie kostspielige Ausfallzeiten vermeiden. Schließlich muss es weitergehen!