Zum Großteil beginnt die Welt, die Rezession hinter sich zu lassen. Allein in der UK ist das BIP gestiegen, Arbeitslosigkeit ist auf dem tiefsten Stand seit 2008 und die Wirtschaft ist 2014 um 2,8 % gewachsen. Die Fertigungsindustrie beginnt langsam davon zu profitieren und das sorgt für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wachstum bringt jedoch stets seine eigenen Herausforderungen mit sich und eine scheinbar einfache Aufgabe, wie das Abwassermanagement, kann den Fortschritt behindern. Mario Kelly, Vizepräsident von der Innovationsplattform für Abwasser bei NCH Europe, dem weltweiten Anbieter von Lösungen für Wasser, Energie, Wartung und Instandhaltung, betrachtet hier die Konsequenzen von erhöhter Abwasserbelastung.

Eine aktuelle Studie von Research and Markets prognostiziert, dass die Lebensmittel- und Getränkeindustrie in der UK um 3-4 % wachsen könnte und 2018/19 einen Wert von 132,4 Mrd. € erreichen könnte. Diese Zahlen sind ein Beweis dafür, dass es sich um eine wirtschaftliche Wiederbelebung handelt, d.h. um den Wachstumsansatz für die Fertigungsindustrie, der in den nächsten Jahren zunehmen wird sowie die sich darüber hinaus stetig weiterentwickelnden Automatisierungsprozesse, und somit gibt es wenig Zweifel daran, dass die Leistung der Fertigungsindustrie zunehmen wird.

Auch wenn dies gute Neuigkeiten für die Fertigungsindustrie, Verbraucher sowie für die Weltwirtschaft bedeutet, ist es wichtig, dass diese neue Wachstumswelle auch nachhaltig von statten geht. Eine Produktionssteigerung bringt unvermeidlich auch die Zunahme des Abfallaufkommens mit sich und wird man den erweiterten Mengen, Kosten und damit verbundenen Lizenzen nicht gerecht, droht Unternehmen der Stillstand.

Abwasserlizenzen und -gebühren

Das Wasserindustriegesetz von 1991 (Water Industry Act 1991) regelt die Entsorgung des in der Produktion und Reinigung sowie in Kühlanlagen verwendeten Wassers für sowohl große als auch kleine Unternehmen. Das Abwasser aus insbesondere Industrie- und Herstellungsverfahren wird genauestens überwacht, da im Wasser enthaltene Schwebstoffe der Umwelt, Fließgewässern und Abwasserkanälen schaden können.

Aus diesem Grund muss jedes Unternehmen, das die Entsorgung von Abwasser beabsichtigt, im Besitz einer entsprechenden Lizenz sein und eine Jahresgebühr, die nach dem Verunreinigungsgrad des Abwassers berechnet wird, bezahlen (so schreibt es das Gesetz vor). Gemäß dieser Lizenz werden Grenzwerte für verschiedene Parameter, die in einem Zeitraum von 24 Stunden nicht überschritten werden dürfen, festgelegt.

Um die Auswirkungen auf die Umwelt in den Griff zu bekommen und negative Auswirkungen auf das Kanalsystem zu mildern, sind je nach Lizenz Stoffe wie z.B. die organische Belastung, Schwebstoffe sowie trennbare Öle und Fette ebenso bis zu einer bestimmten Höhe begrenzt.

Innerhalb dieser Parameter zu bleiben ist nicht nur aus gesetzlicher Sicht wichtig, sondern auch aufgrund zu berücksichtigender Kostenauswirkungen. Gebühren für die Abwasserentsorgung werden jährlich festgelegt und anhand regelmäßiger Kontrollen überwacht. Der Preis, den ein Unternehmen zahlt, berechnet sich aus dem durchschnittlichen chemischen Sauerstoffbedarf sowie dem Schwebstoffgehalt im Wasser. Je höher die Werte, desto höher der Preis.

Produktivitätssteigerung, erhöhtes Abfallaufkommen

Zusätzliche Aktivität, sei es infolge von Zusammenlegungen mehrerer Standorte oder einfach infolge höherer Beschäftigung, bedeutet mehr Druck für das Abwassersystem eines Unternehmens.

Ein Schokoladenhersteller ist beispielsweise in den Monaten vor Weihnachten und Ostern, aufgrund eines erhöhten Schokoladenkonsums, beschäftigter. Ein Unternehmen, das die Produktivität von mehreren Standorten an einem zentralen Ort zusammenlegt, erhöht den Druck auf ein etabliertes Wasserbehandlungssystem. Sogar die Aufrüstung eines Automatisierungssystems kann die Produktion erheblich steigern, was zu einer drastischen Zunahme der Abwasserbelastung führt.

Bei einer erhöhten Belastung des Wasserbehandlungssystems und der Anlagen bleibt weniger Zeit für die Behandlung von Schwebstoffen und anderen Schadstoffen vor der Entsorgung. Das erhöht den Gehalt, der in Kanalsysteme oder in die Umwelt eingeleitet wird. Werden diese Faktoren nicht berücksichtigt, schränken Unternehmen ihre eigene Produktivität ein und laufen Gefahr, Geldstrafen und Rechtsverfahren zum Opfer zu fallen.

Werden bei der Einleitung in von Versorgungsunternehmen geleiteten Abwasserkanäle die in der gewerblichen Abwasserlizenz festgelegten Grenzwerte für Schwebstoffe und andere potenzielle Schadstoffe überschritten, führt dies zu hohen Geldstrafen. Leitet ein Unternehmen oder eine Wasseraufbereitungsanlage das Abwasser unter Nichteinhaltung der festgelegten Grenzwerte direkt in die Umwelt ab, können Umweltbehörden den Betrieb einstellen und gerichtliche Schritte gegen den Straftäter einleiten.

Nachhaltiges Wachstum

Selbst wenn ein Unternehmen einen Nachfrageanstieg seines Abwassermanagements vorhersieht, ist es kein leichter und einfacher Prozess, die gewerbliche Abwasserlizenz für höhere Schadstoffgrenzwerte anpassen zu lassen. Und außerdem was ist, wenn der Anstieg nur vorübergehend ist oder völlig unerwartet? Soll ein Unternehmen potenzielle Aufträge ablehnen?

Eine unangemessene Verwaltung von Abwasserbehandlungsprogrammen kann das Wachstum eines Unternehmens einschränken, indem sie Hemmnisse bei der Produktionssteigerung erzeugt oder investitionsgebundene Gewinne für Neulizenzierungen oder Verbesserungen der Wasserbehandlungsanlagen eingesetzt werden müssen.

Der Schlüssel zur Einhaltung der Grenzwerte liegt darin, die Schadstoffe im Abwasser innerhalb eines kürzeren Zeitfensters unter die vereinbarten Grenzwerte zu bringen. Bei NCH Europe haben wir viel in Forschung und Entwicklung investiert, um eine Technologie, die diese Anforderungen erfüllt, zu entwickeln.

Während bei vielen führenden Behandlungsprodukten die Bakterien Stunden nach der Dosierung noch im Ruhezustand verweilen, sind die Bakterien aus unseren „BioAmp“-Systemen aktiv, sobald sie ins Wasser gelangen.

Die verwendeten Bakterien sind in der Lage, komplexe Kohlenhydrate, Proteine, tierische Fette und Speisefette sowie Fette und Öle leicht zu zersetzen. Dadurch sind sie effektiv bei der Entfernung von festsitzendem, sich zersetzendem Abfall, der normalerweise durch Blockaden aus Fett, Öl und Schmiere entsteht, für unangenehme Gerüche sorgt und Abwasserleitungen verstopft. Das „BioAmp“-System ist in der Lage, Schadstoffe abzubauen, die zum biologischen Sauerstoffbedarf (BSB5), chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) sowie zum Schwebstoffgehalt beitragen und somit wird die Gefahr von Geldstrafen oder Nichteinhaltung von Grenzwerten reduziert.

Eine solche Lösung, die sich leicht mit bereits vorhandenen Geräten für Abwasserbehandlung kombinieren lässt und zudem leicht an Standorten installiert werden kann, an denen Platzmangel herrscht, bedeutet, dass Schadstoffe leicht abgebaut werden können, ohne dabei auf zeitaufwändige Filtertechnologie angewiesen sein und um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bangen zu müssen.

Nachhaltigkeit ist das Thema, das von Unternehmen und Regierungen derzeit am meisten diskutiert wird – von einem nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung und nachhaltigem Unternehmenswachstum bis hin zu nachhaltigem Umweltschutz. Es gibt viele Dinge, welche die Nachhaltigkeit eines Unternehmens aus der Bahn werfen können; Abwasserbehandlung muss jedoch nicht zu diesen Faktoren zählen.